Was passiert,

10. November 2011

wenn ein deutscher Politiker (DP) auf Metzger umsattelt?

Kunde betritt den Laden.

DP: “Wir haben den Preis der Wurst von 1,80 auf 1,90 gesenkt. Wieviel darf ich Ihnen einpacken?”

Kunde: “Ähh, wieso ‘gesenkt’? Die Wurst ist doch jetzt teurer als vorher!”

DP (verdreht die Augen, weil der dumme Kunde schon wieder nicht Das Grosse Ganze sieht): “Aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtsituation hatten wir erwogen, die aktuellen Rohstoffkosten über den Preis abzufedern und eine Solidaritätsabgabe ‘Landwirt’ einzuführen. Dann wurde uns aber bewusst, dass Fleisch als Grundstoff für die Wurst sozial ungerecht denen gegenüber ist, die sich keins leisten können. Also schicken wir das Fleisch statt dessen in Länder, die bisher über ihre Verhältnisse gelebt haben, so dass wir die Erhöhung von 2,10 auf 1,90 senken konnten, und Sie als guter Kunde nun 20 Cent sparen!”

Kunde (ist begeistert): “Oh, so gesehen haben Sie natürlich Recht. Ich finde es toll, wie Sie sich für Ihre Kunden einsetzen!”

DP: “Danke, und wählen Sie uns bald wieder!”

“Wenn die Hölle zufrieren würde,

08. August 2011

würden Sie dann dort Schlittschuhlaufen gehen?”

Niemand würde wohl ernsthaft behaupten, dass die Antworten auf obige Frage irgendeinen realen Wert hätten, oder?

Na gut, abgesehen vom bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer, ein paar anderen Kollegen und deren externen Pressestellen (ehemals “freie Medien”). Wie sonst ist zu erklären, dass man aus 50% Zustimmung zu der Frage, ob man für die PKW-Maut wäre, wenn die Kfz-Steuern im Gegenzug gesenkt würden, eine Legitimation zur Einführung besagter Abzocke Gebühr herbeiredet?

Genannter Personenkreis dürfte nämlich den Artikel 12 EGV kennen (falls nicht, haben die ihren Beruf massiv verfehlt). Und der ist dabei ein Problem. Die Senkung einer Abgabe, die nur von Inländern zu entrichten ist, wäre nämlich eine Art Rabatt, der Ausländern verwehrt bleibt, die daher unter dem Strich mehr bezahlen müssten als Deutsche. Und genau diese Ungleichbehandlung verbietet der besagte Artikel aus dem EU-Recht.

Was also wäre die Konsequenz aus dieser Information, die beharrlich unterschlagen wird?

a) Um die Kosten für den deutschen Autofahrer ungefähr zu neutralisieren, muss eine Abgabe reduziert werden, die auch Ausländer zahlen, also z.B. die Mineralölsteuer. Wenn aber alle nicht mehr belastet werden als jetzt, welchen Zweck hat dann die Maut, ausser, mal wieder einen Haufen Bürokraten am Kacken zu halten?

b) Es wird gar nichts gesenkt, und der deutsche Autofahrer zahlt in Zukunft mehr als jetzt, obwohl fleissig (und wider besseren Wissens) etwas anderes behauptet wird. Das nennt man dann “Vorspiegelung falscher Tatsachen” oder “Betrug” und ist normalerweise strafbar.

Dummerweise hat man jetzt aber schon den üblichen Neid-Reflex (”der Deutsche zahlt im Ausland, der Ausländer aber nicht in Deutschland”) so weit angeheizt, dass der gutgläubige Bürger kaum noch zurückkann. Und vor lauter Gerechtigkeitsgeschrei wird dann auch gerne übersehen, dass der Deutsche zwar durchaus Maut in Österreich oder der Schweiz zahlt, dafür ist der Sprit dort aber auch entsprechend billiger (für alle, nicht nur für die Einheimischen).

Irgendwie kann man den Politikern noch nicht mal einen Vorwurf machen. Was kann der Bauer dafür, wenn ihm seine Kühe die Milch freiwillig aufdrängen?

Von Politik, Kühen und anderen Gemolkenen

26. April 2011

Kuh-Wirtschaftspolitik:

Christdemokrat:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Sie behalten eine und schenken ihrem armen Nachbarn die andere. Danach bereuen Sie es.

Sozialdemokrat:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Sie fühlen sich schuldig, weil Sie erfolgreich arbeiten. Sie wählen Leute in die Regierung, die Ihre Kühe besteuern. Das zwingt Sie, eine Kuh zu verkaufen, um die Steuern bezahlen zu können. Die Leute, die Sie gewählt haben, nehmen dieses Geld, kaufen eine Kuh und geben diese Ihrem Nachbarn. Sie fühlen sich rechtschaffen. Udo Lindenberg singt für Sie.

Sozialist:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Die Regierung nimmt Ihnen eine ab und gibt diese Ihrem Nachbarn. Sie werden gezwungen, eine Genossenschaft zu gründen, um Ihrem Nachbarn bei der Tierhaltung zu helfen.

Kommunist:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Die Regierung beschlagnahmt beide Kühe und verkauft Ihnen die Milch. Sie stehen stundenlang für die Milch an. Sie ist sauer.

Nationalsozialist:
Sie besitzen zwei Kühe. Die Regierung nimmt Ihnen beide weg und erschießt Sie.

Grüner:
Sie besitzen zwei Kühe. Das ist Ihnen Wurst, sie sind Veganer. Sie demonstrieren für Ökolandbau.

Freidemokrat:
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Na und ?

Kapitalist:
Sie besitzen zwei Kühe. Sie verkaufen eine und kaufen einen Bullen, um eine Herde zu züchten.

EU Bürger:
Sie besitzen zwei Kühe. Die EU nimmt ihnen beide ab, tötet eine, melkt die andere, bezahlt Ihnen eine Entschädigung aus dem Verkaufserlös der Milch und schüttet diese dann in die Nordsee.

Kuh-Wirtschaft nach Regionen:

Amerikanisches Unternehmen:
Sie besitzen zwei Kühe. Sie verkaufen eine und leasen sie zurück. Sie gründen eine Aktiengesellschaft. Sie zwingen die beiden Kühe, das Vierfache von Milch zu geben. Sie wundern sich, als eine tot umfällt. Sie geben eine Presseerklärung heraus, in der Sie erklären, Sie hätten Ihre Kosten um 50% gesenkt. Ihre Aktien steigen.

Französisches Unternehmen:
Sie besitzen zwei Kühe. Sie streiken, weil Sie drei Kühe haben wollen. Sie gehen Mittagessen. Das Leben ist schön.

Japanisches Unternehmen:
Sie besitzen zwei Kühe. Mittels modernster Gentechnik werden die Tiere auf ein Zehntel ihrer ursprünglichen Größe gezüchtet und geben das Zwanzigfache der Milch. Jetzt kreieren Sie einen cleveren Kuh-Cartoon, nennen ihn “Kuhkimon” und vermarkten ihn weltweit.

Deutsches Unternehmen:
Sie besitzen zwei Kühe. Mittels modernster Gentechnik werden die Tiere “redesigned”, so dass sie alle blond sind, eine Menge Bier saufen, Milch von höchster Qualität geben und 160 km/h laufen können. Leider fordern die Kühe 13 Wochen Urlaub im Jahr.

Britisches Unternehmen:
Sie besitzen zwei Kühe. Beide sind wahnsinnig.

Italienisches Unternehmen:
Sie besitzen zwei Kühe, aber Sie wissen nicht, wo sie sind. Während Sie sie suchen, sehen Sie eine schöne Frau. Sie machen Mittagspause. Das Leben ist schön.

Russisches Unternehmen:
Sie besitzen zwei Kühe. Sie zählen jedoch fünf. Sie trinken noch mehr Wodka. Sie zählen erneut und kommen nunmehr auf 42 Kühe. Hoch erfreut zählen Sie gleich noch mal und jetzt sind es zwölf Kühe. Enttäuscht lassen Sie das Zählen sein und öffnen die nächste Flasche Wodka. Die Mafia kommt vorbei und nimmt Ihnen wie viele Kühe es auch immer sein mögen ab.

Polnisches Unternehmen
Ihre beiden Kühe wurden letzte Woche gestohlen.

Schweizer Unternehmen:
Sie verfügen über 5.000 Kühe, von denen Ihnen aber keine einzige gehört. Sie betreuen die Tiere nur für andere. Wenn die Kühe Milch geben, erzählen Sie es niemandem.

Schweiz und EU

21. February 2011

Diesen und viele andere Cartoons findet man bei Silvan Wegmann

Feuer und Wasser in Luzern

27. December 2010

Ich hatte ja schon angedeutet, dass man sich in der Schweiz problemlos verfahren kann. Zum Glück passiert das nicht nur Touristen und Zugereisten, sondern auch bekannten Bands, die ins Wallis wollen, aber in Wallisellen landen:

Dort kommt auch eine interessante Zeile vor:

“s’Brönnt gärn, z’Luzern”

Die wohl “berühmtesten”, auf jeden Fall aber schlimmsten Brände gab es 1971, als der Bahnhof praktisch zerstört wurde, und 1993, als eine weggeworfene Zigarettenkippe fast die komplette Kapellbrücke vernichtet hat. Allerdings geht es auch anders, wie folgende Fotostrecke aus dem Jahre 2005 zeigt:

http://www.masurowski.com/hochwasser2005/luzern2/

Links-/rechtsschwäche

04. December 2010

Nachdem die Schweizer mehrheitlich für eine schnellere Ausschaffung (Abschiebung) krimineller Ausländer gestimmt haben, wurde in deutschen Medien Protest und bei deutschen Bürgern Neid laut. Wie sehr hier eine Lücke klafft, zeigt ein Artikel bei der Rheinischen Post , in dem man bei einer Zustimmung von 52,9% in der Schweiz unbedingt auf den “rechtspopulistischen” Charakter der SVP hinweisen musste, um dann das Ergebnis einer Umfrage zu präsentieren, nach der 85% der Sympathisanten der Linkspartei das Gleiche für Deutschland wünschen. Der Hinweis “linkspopulistisch” fehlt aber. Nun ja, bei den Zahlen kann man mit links und rechts aber auch ziemlich ins Schleudern kommen.

Immerhin war man sich aber wohl der Differenzen zwischen Medien und Bürgern im Klaren, denn dies war einer der wenigen Artikel, bei der man die Kommentarfunktion abgeschaltet hat.

Fremd zuhause

13. October 2010

Zwischendurch verschlägt es mich mal wieder in meine alte Heimat. Diesmal (mal wieder) zur Rückgabe eines Leasingfahrzeuges (das ist eine andere Geschichte). Dabei besuchte ich auch einen mittelalterlichen Markt, der erwartungsgemäss stark frequentiert war. Obwohl ich die Gegend natürlich im Schlaf kannte und auch der Markt nicht so absonderlich war, hatte ich ein sehr seltsames Gefühl. Irgendwas stimmte nicht! Aber was?

Nach einer ziemlichen Weile stellte ich dann verdutzt fest, was der Grund war: um mich herum sprach alles Hochdeutsch. Hört sich abgedreht an, aber wenn man inzwischen gewohnt ist, dass man sich zwischen Menschen bewegt, die im Schweizer Dialekt sprechen, sind Selbstverständlichkeiten plötzlich gar nicht mehr so selbstverständlich. Und noch mehr zu denken gab es mir, dass ich mich unwohl und fehl am Platz fühlte. In der Stadt, in der ich geboren wurde und aufgewachsen bin.

Und ich habe es noch nicht mal bedauert.

Auto (IV)

11. October 2010

Wie konnte ich nur ahnen, dass mich neue, spannende Abenteuer erwarten?

Natürlich habe ich versucht, mich rechtzeitig zu erkundigen. Beim Händler, was ich an Dokumenten mitbringen muss. Beim Schweizer Zoll, wie ich die Abwicklung gestalten muss.

Und natürlich kam trotzdem alles anders.

Die schriftliche Zusage vom Zollamt, ich könne alles schon im Voraus in der Luzerner Zweigstelle regeln und dann an der Grenze durchfahren, war schon mal ein Flop. Beim Schweizer Zoll ging es noch einigermassen, nachdem man verstanden hat, dass ich kein Händler bin, der das Auto in Deutschland verkaufen will. Dann zu den deutschen Kollegen, die erst mal darauf bestanden, die nicht mehr vorhandenen deutschen Dokumente (Fahrzeugbrief) im Original sehen zu wollen. Lies sich aber auch noch klären.

Weiter ging es dann beim Händler, wo der Mitarbeiter, mit dem ich vorab alles besprochen habe, leider nicht mehr greifbar war. Und da ich “nur” einen Schweizer Fahrzeugausweis hatte, verweigerte man die Rücknahme, was die Sache sorichtig spannend machte. Wo sollte ich denn deutsche Papiere herbekommen?!

Ab zum Strassenverkehrsamt, wo man (nach einer Stunde Wartezeit) nur mit den Schultern zucken konnte. Papiere gibt es nur, wenn man auch einen Wohnsitz in der Gemeinde hat. Und überhaupt wolle ich das Fahrzeug ja auch gar nicht anmelden, sondern loswerden. Immerhin bestätigte man mir, dass eine Neuzulassung auch mit dem Schweizer Fahrzeugausweis möglich sei.

Davon liess sich der Händler aber noch nicht ganz überzeugen. Und so zog sich das noch volle zwei weitere Tage hin, bis ich das Auto zumindest schon mal dort hinterlassen konnte.

Womit das aber mitnichten vorbei war. Denn die Diskussionen um den Zustand des Fahrzeuges und die Schadensabwicklung mit der Bank kam prompt. Die Abmeldung des Fahrzeuges beim Luzerner Strassenverkehrsamt dagegen war im Dezember immer noch nicht vorgenommen.

Steuerliches Nachtreten (II)

20. August 2010

Immer wenn man denkt, man hat schon den tiefsten Abgrund gesehen…

Zur Erinnerung: im April diesen Jahres habe ich mein Haus in Deutschland verkauft. Und ich dachte, damit wäre das erledigt, abgesehen von rückwirkenden Steuererhöhungen. Nun muss ich erfahren, dass ich auch dann weiter belästigt werde, wenn es nicht rückwirkend ist. Es gibt nämlich ein wahrscheinlich einzigartiges Kundenbindungssystem bei den Gemeinden, das darauf basiert, den Besitzerwechsel nicht etwa sofort zu registrieren, sondern - warum auch immer - erst zum 1. Januar des Folgejahres.

Was bedeutet das konkret? Ganz einfach: der neue Besitzer hat “vergessen”, die regelmässigen Zahlungen für Grundsteuer, Abwasser etc. zu begleichen. Und an wen wendet sich nun die Stadt, natürlich mit Mahngebühren und Androhung weiterer gebührenpflichter Schritte, und zwar ohne Beachtung der internationalen Postlaufzeiten, was dazu führt, dass die im Schreiben erwähnte Frist beim Empfang bereits abgelaufen ist?

Ich darf jetzt also nicht nur den kostenlosen Inkassodienst für die Stadt übernehmen, nein, ich werde auch noch haftbar gemacht, wenn eine von mir völlig unabhänge Person mir dafür den Stinkefinger zeigt, weil - so seine Originalaussage - die Post ja an mich und nicht an ihn gegangen ist, wodurch ich halt Pech gehabt habe.

Ein diesbezügliches Schreiben von mir an die Stadt wurde bisher auch nicht beantwortet. Danke, werte deutsche Bürokraten!

Ausflug (Nachtrag)

20. August 2010

Wie kürzlich ausgeführt, ist das Finden eines Gebäudes in der Schweiz nicht immer einfach. Gerade heute habe ich ein perfektes Beispiel gefunden, als ich im Internet auf der Homepage eines Reiterhofes nachsehen wollte, wie ich dort hinkomme:

So finden Sie uns:

Beim Dorf Zell im Kreisel Richtung St. Urban fahren. Immer geradeaus bis zum Dorf Fischbach.
N
ach der Ortstafel Fischbach, erster Wegweiser rechts Richtung Bodenberg folgen.
Auf dieser Strasse bleiben, bis ein grosses allein stehendes weisses Haus kommt, die Käserein Bodenberg (blauer Punkt mit Stern). Dort links zum Wald abbiegen, etwa 200 m fahren, dann im Wald rechts abbiegen in eine Naturstrasse.”

Na? Und? Wieviele Strassennamen entdecken wir hier? Und wie bitte schön soll man DAS in ein Navigationssystem eingeben?